March 26, 2025

(Updated Oct 14, 2025)

Barrierefreiheit von Inhalten: Richtlinien zur Barrierefreiheit von Webinhalten

Content Accessibility: Web Content Accessibility Guidelines

Barrierefreier Content ist genau das: Online‑Text, Bilder und Ton, die für alle zugänglich sind, unabhängig von möglichen Behinderungen oder Barrieren. Dazu gehören Personen mit Seh‑, Hör‑, Motorik‑ oder Lernbeeinträchtigungen. Barrierefreier Content kommt aber auch Nicht‑Muttersprachler*innen, Nutzern mit langsamer Internetverbindung oder jemandem mit einer vorübergehenden Einschränkung wie einem gebrochenen Arm zugute.

Wir haben eine praktische Checkliste zur Barrierefreiheit zusammengestellt, mit der du deine Inhalte inklusiver und nutzerfreundlicher gestalten kannst. Ob Podcaster*in, Videoproduzent*in oder Journalist*in oder ob du in Bildung, Recht oder Finanzwesen arbeitest — diese Tipps helfen, deine digitalen Inhalte für alle zugänglich zu machen. 

Warum ist barrierefreier Content wichtig?

Barrierefreie Inhalte sind aus mehreren Gründen wichtig. Zum einen ermöglichen sie es, die Anforderungen des Americans with Disabilities Act (ADA) und die international anerkannten Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) einzuhalten. 

Sie verbessern zudem die Nutzererfahrung und sorgen für Inklusion, wodurch du eine größere Zielgruppe erreichst — Menschen mit Behinderungen, ältere Nutzer*innen oder solche mit vorübergehenden Einschränkungen. Außerdem kann barrierefreier Content die Suchmaschinenoptimierung (SEO) positiv beeinflussen. Eine inklusive Nutzererfahrung kann laut Googles Page Experience‑Richtlinien zu besseren Rankings beitragen.

Was ist das Americans with Disabilities Act (ADA)?

Das ADA sorgt dafür, dass Menschen mit Behinderungen gleiche Chancen und Zugang in allen Lebensbereichen haben. Es verlangt von Behörden, öffentlichen Diensten, Telekommunikation und öffentlichen Unternehmen, ihre digitalen Inhalte zugänglich zu machen. Das ADA stellt dafür eigene Web‑Accessibility‑Richtlinien bereit (Web Guidance).

Was sind die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG)?

Die WCAG sind internationale Standards, entwickelt vom World Wide Web Consortium (W3C), um sicherzustellen, dass Webinhalte für Menschen mit Behinderungen zugänglich sind. Die Richtlinien sind in vier Prinzipien gegliedert, bekannt als POUR:

  • Perceivable (wahrnehmbar): Informationen und die Benutzeroberfläche müssen so gestaltet sein, dass sie von allen wahrgenommen werden können, z. B. durch Textalternativen.
  • Operable (bedienbar): Navigation und Interaktion müssen bedienbar sein — z. B. sollten alle Funktionen per Tastatur nutzbar sein und Nutzer*innen genügend Zeit für zeitgesteuerte Inhalte haben.
  • Understandable (verständlich): Informationen und die Bedienoberfläche müssen verständlich sein, etwa durch klare Anleitungen.
  • Robust (robust): Inhalte müssen zuverlässig von Assistenztechnologien interpretiert werden können.

Diese Erfolgskriterien dienen als Rahmenwerk beim Erstellen von Websites, Apps oder digitalen Inhalten jeglicher Art. 

Vier Wege, Webinhalte barrierefreier zu machen

Barrierefreiheit ist nicht nur das Befolgen von Richtlinien; es geht darum, eine inklusive Umgebung zu schaffen, damit deine starken Inhalte ein größeres Publikum erreichen. Wie genau machst du digitale Inhalte zugänglicher? Hier unsere Top‑Tipps für Videos, Blogposts und mehr.

Strukturiere deine Überschriften

Hast du dir schon einmal Gedanken über die Struktur deiner Texte gemacht? Vielleicht aus Design‑Sicht. Aber was ist mit Überschriften? Die Verwendung korrekter Heading‑Tags (H1, H2, H3 usw.) zur hierarchischen Gliederung erlaubt allen Nutzer*innen, die Struktur der Seite zu erfassen. Screenreader können Inhalte so schneller navigieren. Das verbessert außerdem die SEO, weil Suchmaschinen die Inhalte besser interpretieren können. 

Passe Farbkontraste an

Gute Online‑Inhalte sind oft sehr visuell — und genau deshalb muss die visuelle Darstellung für alle zugänglich sein. Verwende kontrastreiche Farbschemata, damit Text, Grafiken und andere Elemente für Menschen mit Sehbehinderungen gut lesbar sind, und vermeide es, Informationen ausschließlich über Farbe zu vermitteln. Die WCAG empfiehlt ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1.

Alt‑Text für Bilder hinzufügen

Alt‑Text (alternativer Text) ist eine kurze Beschreibung, die im HTML‑Code eines Bildes hinterlegt wird. Screenreader lesen ihn vor, und er erscheint, wenn ein Bild nicht geladen wird. Guter Alt‑Text vermittelt Bildinhalte für Menschen mit Sehbeeinträchtigung. Du kannst in Social‑Media‑Beiträgen ähnliche Inhalte in Bildunterschriften beschreiben. 

Finde ein Gleichgewicht zwischen prägnanter und aussagekräftiger Beschreibung. Ein kurzer Satz oder eine Phrase reicht meistens aus; sei so beschreibend wie nötig, um wichtige Informationen zu vermitteln. 

Vergleiche diese Captions und stelle dir die Bilder vor:

  • Cartoon eines Hundes
  • Berge
  • Eistee
  • Infografik zu den Auswirkungen des Klimawandels

Kannst du das Bild detailliert vor Augen sehen? Wahrscheinlich nicht. Jetzt diese Versionen:

  • Cartoon eines glücklichen Hundes mit Partyhut, umgeben von bunten Luftballons.
  • Schneebedeckte Berge vor einem leuchtenden orange‑rosa Sonnenuntergang.
  • Glas Eistee mit Minzblättern und einer Zitronenscheibe am Glasrand.
  • Infografik mit dem Titel ‚Impacts of Climate Change‘, die steigende Temperaturen, schmelzende Polkappen und häufigere Extremwetterereignisse zeigt.

Diese Beschreibungen erlauben es, das Bild ohne Sicht viel klarer zu erfassen — genau das sollte guter Alt‑Text leisten.

Sorge dafür, dass Text lesbar ist

Neben der visuellen Barrierefreiheit muss auch dein Text gut lesbar sein. Dass Text skalierbar sein sollte, ist eine einfache Maßnahme. Es gibt jedoch weitere Aspekte, die du beachten solltest.

Text in Bildern mag aus Design‑Gründen praktisch erscheinen, weil es mehr Freiheit bei Layout, Schrift und Grafik bietet. Da dieser Text jedoch von Screenreadern nicht erfasst werden kann und sich auf Mobilgeräten nicht anpasst, verringert er die Zugänglichkeit. Wenn du Text in Bildern verwenden musst — z. B. bei einer Infografik — stelle sicher, dass du eine Textversion als Bildunterschrift oder im Alt‑Text anbietest.

Viele Websites deaktivieren das Kopieren in PDFs, um Urheberrechte zu schützen. Das Problem: Dann können Screenreader oder Übersetzungstools den Text nicht lesen. Eine Lösung ist das Setzen der erweiterten PDF‑Eigenschaft „Content copying for accessibility“, damit Assistenztechnologien den Inhalt lesen können, ohne das Kopieren für andere Zwecke zu erlauben. 

Einfache Wege, Videozugänglichkeit zu verbessern

Video und Audio transkribieren

Die WCAG empfiehlt, für nicht‑textuelle Inhalte Textalternativen bereitzustellen. Wenn du Podcaster*in oder auf lange Videos spezialisiert bist, ist Transkription eine wirksame Maßnahme zur Inklusion. Transkripte machen Inhalte durchsuchbar und verbessern die SEO — vor allem aber ermöglichen sie gehörlosen oder schwerhörigen Nutzer*innen sowie Personen, die lieber lesen, den Zugang zu deinen Inhalten. 

Wenn dich die aufwändige Arbeit abschreckt, gibt es eine Lösung: Mit KI‑Transkriptionssoftware wie Trint kannst du Audio und Video nahtlos transkribieren. Du erhältst ein genaues, durchsuchbares Transkript und kannst gesprochene Inhalte in Blogposts verwandeln. Und wenn du live streamst, erlaubt unsere mobile Transkriptions‑App die Echtzeit‑Transkription, sodass dein Publikum nichts verpasst. 

Transkripte helfen nicht nur gehörlosen oder schwerhörigen Personen, sondern unterstützen auch beim Verständnis verschiedener Akzente und Dialekte. Mit Trint kannst du in mehr als 40 Sprachen transkribieren und deine Dateien in über 50 Sprachen übersetzen lassen. So machst du deine Inhalte weltweit zugänglich. Unsere vollständige Liste der unterstützten Sprachen findest du in den Hilfeseiten.

Mehr erfahren? Sieh dir unseren Guide an, was ein Transkript ist und was ein Transcriber macht. 

Untertitel für Videos nutzen

Transkripte können auch zur Erstellung von Untertiteln genutzt werden. Wichtig ist, dass Untertitel akkurat sind, damit Zuschauer*innen nichts Wesentliches verpassen — falsche Übersetzungen können etwa bei internationalen Produktionen den Inhalt verfälschen. Trint liefert KI‑Ergebnisse mit hoher Genauigkeit und ermöglicht das Bearbeiten der Transkripte vor der Weiterverwendung, um Zuverlässigkeit sicherzustellen.

Achte bei Untertiteln auf eine klare, gut lesbare Schriftgröße; vermeide zu viel Text auf einmal und positioniere die Untertitel so, dass sie wichtige Bildinhalte nicht verdecken (typischerweise unten im Bild). Die Synchronisation von Bild und Text ist wichtig, um WCAG‑Kriterien zu erfüllen.

Versuche außerdem, Informationen mehr als auf einem Weg zu vermitteln. Bei einem Rezeptvideo etwa solltest du jeden Schritt kommentieren, während du ihn zeigst — so wird dein Inhalt für Menschen mit Sehbehinderung oder Gehörlose zugänglich.

Wenn du diese Tipps bei der Erstellung deiner Inhalte beachtest, machst du deine Artikel, Blogposts, Videos und Podcasts benutzerfreundlicher und zugänglicher. Trint hilft dir dabei: Mit unseren Tools kannst du präzise Transkripte, Untertitel und Übersetzungen mit wenigen Klicks erstellen. Überzeuge dich selbst mit unserer kostenlosen Testphase oder buche eine Demo, um mehr zu erfahren.

Datch Datchens - Director of Brand & Content at Trint
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